Technikexperten, Handyfokussierte, Tekki-Mainstream und Medienkonservative
Via
Handelsblatt: Handy und Internet dominieren – Fernsehen verliert
Die Werbeagentur
Interone Worldwide hat das Nutzungsverhalten von Konsumenten in Bezug auf die neuen Technologien untersucht. Bei den 20- bis 40-Jährigen ist ein klarer Trend weg von den klassischen Kanälen Fernsehen und Print hin zu Handy und Internet erkennbar.
Interone Worldwide hat vier Gruppen, die über jeweils andere Kanäle angesprochen werden sollten, eruiert:
Die Technikexperten: Sie sind beständig an technischen Neuerungen interessiert, gelten als Trendsetter, als Berater in technischen Fragen und lassen sich von Design-Schnickschnack nicht irritieren.
Die Handyfokussierten, die – wie der Name schon sagt – das Handy zum Lebensmittelpunkt erklärt haben. Sie sind eher jünger, gucken wenig Fernsehen und gelten als besonders gut informierte Anwender.
Der Tekki-Mainstream, ist insgesamt ein wenig oberflächlicher: Deren Mitglieder besitzen zwar viele Endgeräte, nutzen diese aber nicht in vollem Umfang, sind weniger informiert, und Designfragen sind für sie durchaus entscheidend.
Die Medienkonserativen, die im Schnitt mit 43 Jahren die älteste Gruppe darstellen. Nur für sie lohnt sich eigentlich noch die klassische Werbung, denn die Medien Fernsehen und Zeitung sind für sie die entscheidenden Informationskanäle. Das Handy empfinden sie als lästig, den Computer benötigen sie meist nur für die Arbeit.
A window of opportunity of 200-250 years?
Why China?
For at least the last two thousand years, the population of China has counted for one-quarter to one-third of all of humanity. Before 1800 and the industrially driven rise to global dominance of western Europe and northern America during the nineteenth century, China also accounted for one-third of the world's economic activity, and it was the richest and most powerful state on Earth. Given that global weight, it is not surprising that what happened in China mattered to the rest of the world.
Woher die Wohlstandskluft kommt (NZZ am Sonntag, 27. August 2006)
Der Spezialist für die Geschichte Chinas und Asiens verfolgt zwei Anliegen: Erstens will er die Idee von der kulturellen Überlegenheit des Westens als Grund für dessen Prosperität entkräften und damit auch der Vorstellung entgegentreten, es werde und müsse so weitergehen. Zweitens will er uns vor Augen halten, dass der Aufstieg Europas über die Jahrhunderte die Folge einer globalen Vernetzung war, an der vor allem florierende Handelskreisläufe in Asien beteiligt waren, denen die europäischen zeitweilig weit hinterherhinkten.
Robert B. Marks: The Origins of the Modern World: A Global and Ecological Narrative (at Amazon)
See also:
Partnership of China Mobile, Google and Nokia Entgrenztes Denken und Sprache als soziales Ereignis
Mehr dazu später...
Kersten Knipp über Fernando Pessoa als Kritiker seiner Zeit in der heutigen NZZ
"Meinungen haben, heisst sich an sich selbst verkaufen. Keine Meinungen haben, heisst existieren. Alle Meinungen haben heisst Dichter sein" liess Pessoa seinen Hilfsbuchhalter Soares notieren - und so die Dichtung zum Ort des entgrenzten Denkens erklären, wo alles zumindest probeweise einmal gesagt werden kann.
Nur soviel weiss Pessoa: Das Portugal von 1912 ist dringend darauf angewiesen, "in allen Richtungen von neuen Strömungen oder Ideen und Gefühlen bearbeitet und durchdrungen zu werden, die uns aus unserer Stagnation reissen könnten." Man könnte dem Land vieles raten. Aber mehr noch als auf den guten Rat selbst kommt es auf die Impulse an, die man dem Land vermittelt. Man muss es ein wenig unter Stress setzen, im Neues, Ungewohntes und Unerhörtes bieten.
Humberto Maturana im Interview mit Johannes Wieck:
Johannes Wieck: Also kommt bei allem, was wir tun, etwas Neues zu Stande - neue Emotionen.
Humberto Maturana: Genau. Wann immer eine zyklische mit einer linearen Dynamik in Verbindung kommt, geschieht etwas Neues. Das ist das Phänomen der Rekursion. Jetzt können wir diesen Zusammenhang anhand der Sprache erklären: Sprache ist ein Fluss kontinuierlicher Verschiebung von Relationen. Und diese Verschiebungen fühlen wir und übersetzen unsere Gefühle in Sprache.
JW: So verstanden ist Sprache ein permanentes soziales Ereignis - und nicht die Verwendung einer Sammlung von Worten, Sätzen und Gesten.
HM: Sie ist ein Fluss. Ein Wort konstituiert keine Sprache. Eine Geste konstituiert keine Sprache. Es ist der Fluss der Interaktion als solcher: Sprache ist die permanente Koordination von Verhalten und Handlungen in Beziehung zu unseren Emotionen.
JW: Was hat nun die Sprache mit Spiel zu tun - mit unserer Fähigkeit zu spielen?
HM: Damit Sprache entsteht, müssen wir zusammenbleiben. Wenn wir uns separieren, geschieht gar nichts. Sprache entsteht nur, wenn sich zwei Wesen begegnen.
Stellen wir uns vor, zwei Kinder begegnen sich und gehen dann auseinander. Wenn sie Freude an ihrer Begegnung hatten, werden sie versuchen, sie zu wiederholen - weil es angenehm ist. Sie berühren oder schubsen sich, sie rennen und raufen, so bleiben sie im Spiel zusammen. Ihre Beziehung wird rekursiv.
JW: Durch das Spiel entsteht also ein immer weiter wachsender Bereich von Beziehungen. Umso differenzierter, je mehr gespielt wird.
HM: Je mehr miteinander gespielt wird, umso mehr Neues entsteht. Die ganze Domäne des menschlichen Lebens entwickelt sich durch Sprechen und Handeln im Spiel.