2005-07-04

Blogging in 5000 Wörtern (CH-Blogger und die Medien)

Von roger @ 18:06 [ Blogging ]
Die zwei Welten verstehen sich einfach nicht...
Wo die einen zu möglichst vielen reden und broadcasten, sprechen die anderen zu den happy few, die dafür partizipieren. Beide haben andere Schwerpunkte, die - noch - unüberbrückbar scheinen. Dass sich das ändern wird, davon bin ich überzeugt. Aber nicht nur bei den Broadcastern, sondern auch bei den CH-Bloggern und -Bloggerinnen.

Da Bloggen auch immer Empowerment ist, fände ich es deshalb sinnvoll, dass die Blogger sich mal am journalistischen Format versuchen.

Erkläre in 5000 Zeichen, um was es beim Bloggen geht. Gehe davon aus, dass Dein Zielpublikum nichts oder wenig darüber weiss.

Vielleicht gibts nachher auch Journalisten für die das Bloggen attraktiv wird. Was meints ihr?


Kommentare

kus - markus.koller [at] gmx.li - http://kus.starfrosch.ch
2005-07-04 21:10:50

nönö, unüberbrückbar sind grenzen nie.

wo finde ich eine einführung in zielgruppengerechtes schreiben, für ein zielpublikum das wenig darüber weiss?

Roger
2005-07-04 21:42:26

Unüberbrückbar sind grenzen nie - da stimme ich Dir zu Markus.
Bei deinem zweiten Satz bin ich aber etwas herausgefordert;)

kus - markus.koller [at] gmx.li - http://podcast.starfrosch.ch
2005-07-04 22:00:42

ich brauch bloss eine anleitung im stil von "flirten, fit in 30 minuten"
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/389749132X/felipehorst-21/302-6226495-9753626

"deutsch in 30 tagen"
http://www.buchhaus.ch/csp/shop/lus/vollanzeige.csp?ID=1430163

sehr gut gefällt mir auch "gurkendiät für meerschweinchen"
http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/archiv/.bin/dump.fcgi/1997/0512/tiere/0093/

"einführung in die philosophie" macht mir allerdings einen besseren eindruck
http://www.piper.de/web/books/3492046673.html

Roger
2005-07-04 22:09:19

Nanu, jetzt wirst Du aber kess:)

Roger
2005-07-04 22:13:35

Müllern tut gut? Anscheinend immer öfter;)

kus
2005-07-04 22:49:42

ich müller eher im englischsprachigen raum in musikblogs rum.

Stefan Bucher - stefanbucher [at] hispeed.ch - http://www.stefanbucher.net/blog
2005-07-04 23:03:15

Wie schreiben? – An Frau Mörgeli aus Schwamendingen denken und vielleicht aus folgendem Beitrag etwas herausnehmen:
http://www.stefanbucher.net/blog/495

@Roger: Ich nehme den Auftrag an und mache mich ans Schreiben (ich habe doch schliesslich mal so eine Journalismusausbildung gemacht).

Roger
2005-07-04 23:55:36

@Stefan. Das find ich toll. Dann knie auch ich mich rein. Und die Deadline?

mo
2005-07-05 12:31:30

http://www.back-to-iraq.com/

gibt ja durchaus journis die aktiv bloggen!

grüsse mo

Roger
2005-07-05 13:14:08

Ich meinte natürlich CH-Journis bzw. der überwiegende Teil der CH-Journis - es gibt ja durchaus solche die bloggen, z.B. Nick Lüthi.

flegel vanderzocht - flegel.vanderzocht [at] dorftrottel.ch - http://www.dorftrottel.ch/wordpress
2005-07-05 14:41:58



ein versuch, für herrn roger..

hatten Sie auch ein poesie album als kind? eines, welches Sie an klassenkamerad(inn)en und bekannte herumreichten, um für Sie eine seite zu füllen, mit abgekupferten versen, und ausgeschnittenen und aufgeklebten, oder schlecht durchgepausten sowie schlecht ausgemalten kätzchen oder hundelis? mit herausgerissenen und überklebten seiten, die von zeichnungs- sowie rechtschreibefehlern zeugten?
oder führten Sie garamänd buch? ein tagebuch, das sie sorgsam verschlossen, mit schlüssel, und dann versteckten unter der matratze, oder zuhinterst und unter den socken im schaft? und eigentlich hätten Sie einige der einträge gerne gezeigt, aber trauten sich nicht wegen einigen anderen? vielleicht spielten Sie auch mit einer alten schnaps-matrize, und druckten mit schulkameraden ein schüler-, oder sonstiges blatt.. gefüllt mit gestohlenen liedertexten von mani matter oder rumpelstilz, schmachtenden, aber dennoch anonymen liebesgedichten sowie abschmetternden kritiken über lehrer und lehrerinnen.
sehen Sie! all das kombiniert ergäbe einen blog.
und wenn Sie damals als saugoof auch mit alten tonband- oder kassettengeräten spielten, inklusive mikrofon zum aufnehmen, und blockflöte oder xylofon für die musikalische untermalung, und mit schulkollegen ellenlange und langweilige hörspiele aufnahmen, wo am schluss die lehrerinnen und lehrer mit getöse in die hölle fuhren, verfolgt von einem irren kaspar..
dann taten Sie etwas, das man heute podcasting nennt, eine weitere art zu bloggen.
das internet hat diese ausdrucksmöglichkeiten in den letzten paar jahren alle zusammengefasst und mehr. der blog ist ein mehr oder weniger persönliches multimediales tagebuch, das zuzeiten zum poesie-album wandelbar ist, und auch ein hörspiel oder sogar eine filmsequenz enthalten kann.

erinnern Sie sich? auf super8.. wie nachbars vreni auf dem spielplatz bäuchlings die rutschbahn hinunter sauste.. und weil grinsend, mit offenem mund im sandhaufen darunter ankam.. speuz, hust, kotz.. und ein riesen-, damals tonloses, gelächter.. price-less..

eventuell hatten Sie auch brieffreundschaften. schrieben nichtigkeiten an eine person, welche Sie kaum kannten, und harrten erwartungsvoll der zurückgeschriebenen nichtigkeiten, die der postbote vierzehn tage oder drei wochen später in den briefkasten warf..
persönlich..

offiziell..
die haben Sie damals sicher auch gesehen, pamphlete verschiedenster gruppierungen.. die zeugen jehovas mit ihrem wacht-turm, die kinder gottes mit ihren sex-geschwängerten, kleinen photokopierten heftleins, auch hare krischna vergab sie.. oder die politische information, welche Ihnen kurz vor jeder abstimmung oder wahl den briefkasten füllt.. schwarz auf weiss, schwarz auf rosarot oder himmelblau, je nach politischer färbung..
blogs machen das alles unnötig.. gut für unsere wälder (bei “unsere wälder” käme mir auch diese melodie in den sinn, welche ich Ihnen nun anlässlich eines podcasts vorsummen würde)..
dies als erklärung, was nun ein blog eigentlich ist.. oder wäre.. oder sein sollte..

und gemäss meines letzten eintrages, lasse ich dann meine ko- kulturministerin alles fertig machen, bis zu den gewünschten 5000 zeichen.. bisher waren es 2’760, zweitausendzweihundertundvierzig noch zu schreiben..

..

zur angst der ehrwürdig studierten journalisten: es ist wohl nicht einfach, wenn hinz und kunts plötzlich auf’s geschriebene antworten können, auf gut recherchierte und sauber geschriebene artikel.. (vielfach der unterschied zwischen hobby-bloggern und anderen).. und es ist wohl auch nicht einfach, wenn hinz oder kunts plötzlich soviel konsumenten haben, wie man selbst.. es braucht wohl eine zeit der gewöhnung,

don’t push
be like water
nobody knows you personnally

laugh
have fun
see it as an enrichement..

oder wie beim poesie-album, damals:

“nimm’s locker wie die sonnenuhr und zähl die heiteren stunden nur”

CyberWriter - cyberwriter [at] bluewin.ch - http://cyberwriter.twoday.net
2005-07-05 15:55:21

Könnt ihr euch vorstellen, dass einige dieser Artikel auch gedruckt werden? Ist nur ne scheue Anfrage. ...

Roger
2005-07-05 16:21:45

@Herr Vanderzocht,
Besten Dank für den ausführlichen Kommentar. Ich habe ihn mit Wonne gelesen und mich zurückerinnert und ja - sie haben absolut Recht - das Bloggen hat wohl dort seinen Anfang genommen
beim Poesiealbum der 3., 4. Klasse
bei den Kassettli (ich erinnere mich mit Freuden an unsere Raucherumfrage-Reportage)
bei den Super-8 Filmen
bei den Briefgruppen (Dispatches aus dem Tessin) und Brieffreundinnen (nur Intimes, also wohl kaum öffentlich blogbar)

Und da haben Sie mir gleich eine neue Frage aufkeimen lassen:
Wann habe ich das erste Mal gebloggt ohne es zu wissen?
Interessant in diesem Zusammenhang:
The Cook Next Door! Meme

***

Zu den Journis: Eine gewisser Argwohn seitens der Journalisten-Gilde finde ich durchaus verständlich - da verändert sich vor unseren Augen die Medienwelt innerhalb kürzester Zeit - Internet, Handys, Blogs - und dies das erste Mal seit 225 oder 400 Jahren.
Persönlich finde ich aber Journi-Bashing ziemlich uninteressant und bin eher daran interessiert, dass wir gemeinsam neue Modelle finden.

Roger
2005-07-05 16:39:41

@CyberWriter
Keine Ahnung. Aber das wäre vielleicht ein neues Modell.

1) Bloggerjourni Wettbewerb
Tagline: Ein Blogger als Journalist übers Bloggen
oder so
5000 Zeichen
Deadline: z.B. 18.Juli

2) Soviele Blogger wie möglich schreiben übers Bloggen. Das Ganze wird mit dem Tag:
Bloggerjournalismus oder Bloggerjourni versehen und auf dem persönlichen Blog publiziert.

3) Alle Blogger (man sollte schon einen Blog haben, um als Blogger zu gelten) wählen den besten Bloggerartikel aus.

Das genaue Auswahlprozedere ist noch zu bestimmen. Vielleicht hat Matthias, Urs, Nick oder Piceoplastic da einen guten Vorschlag.


4) Der Bloggerartikel der gewinnt, wird unter einer CC-Lizenz gestellt.

5) Minipatrons schauen, dass der Artikel auch in einer echten Zeitung, Zeitschrift abgedruckt wird.
Ziel sollte es sein, dass der Artikel von einer Zeitung zu gleichen Bedingungen wie ein Artikel eines normalen Journis bezahlt wird. Das Preisgeld geht natürlich an den Gewinner.

Und was haltet Ihr von dieser Idee? Sie ist noch reichlich unausgegoren.

CyberWriter - cyberwriter [at] bluewin.ch - http://cyberwriter.twoday.net
2005-07-05 17:32:10

Gewnau das meinte ich mit Punkt 5) .... eine echte Zeitung. Könnte da was orgenisieren, wenn gewünscht.

CyberWriter - cyberwriter [at] bluewin.ch - http://cyberwriter.twoday.net
2005-07-05 17:35:48

Ging wohl etwas zu schnell...

[EDIT]
Genau das meinte ich mit Punkt 5) .... eine echte Zeitung. Könnte da was organisieren, wenn gewünscht. *sorry*

Roger
2005-07-05 17:56:01

Ich fänds toll. Evtl. könnte man das ja meherern Zeitungen anbieten:)

CyberWriter - cyberwriter [at] bluewin.ch - http://cyberwriter.twoday.net
2005-07-05 18:23:54

Also von meiner Seite gilt das Angebot.

Roger
2005-07-05 22:46:32

Auch ich schaue mal, ob ich noch ein weiteres traditionelles Blatt für eine Publikation finde. Ich kann natürlich heute für nichts garantieren. Weiter sollten wir noch weitere Schreiber finden, Daten fixieren usw.

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