2007-02-24

Woche 2 auf NZZVotum: Wenig von der SP, FDP nahe bei der SVP, Medien und Parteien

Von roger @ 16:20 [ Blogging ]
Wo ist die SP?
NZZ-Berichterstattung Woche 2:
Fast ein Totalausfall war letzte Woche die SP. [...] Mit Ausnahme von Kantonsrätin Regula Maeders (Rüti) Beitrag zur Aufbewahrung der Armeewaffe zu Hause hat die SP keine Themen gesetzt, was dazu geführt hat, dass sie auf ihrem Blog-Kanal mittlerweile weniger Besucher verzeichnet als die Grünen und die Grünliberalen.
Ist die Stille (4 Beiträge seit dem 17.2) der SP ein wahltaktisches Manöver oder ist sie in der Defensive, gar orientierungslos? Diese Woche las ich (aber wo? online findet man zurzeit nichts) über Peter Bodenmann, der seiner Partei rät, die Umweltanliegen stärker zu gewichtigen, damit die Grünen und Grünliberalen nicht auf Kosten der Sozialdemokraten zulegen. Das gab anscheinend einige geharnischte Reaktionen.


Die FDP politisiert nahe bei der SVP
Die FDP-Blogger auf NZZVotum politisieren eher auf der rechtsbürgerlichen SVP-Linie und kaum auf der wirtschaftlich und gesellschaftlich liberalen.


Medien und Parteien
Oswald Sigg publizierte einen Artikel zur Behördenkommunikation und zum politischen Journalismus, (NZZ vom 14.2) indem er unter dem Titel Politisches Desinteresse der Medien folgendes schreibt:
Peter Meier, Forschungsleiter am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Bern, beschreibt die mit dem medialen Konzentrationsprozess einhergehende Abnabelung der Zeitungen von den politischen Parteien als zunehmende Koppelung der Medien an die Marktlogik des ökonomischen Systems.
Zeitungen, aber auch Radio- und Fernsehprogramme, werden in dieser Logik zu Produkten. Die politischen Bürger mutieren zu deren Konsumenten. Und deshalb spielt wirtschaftlich weniger die redaktionelle als die mit Werbung versehene Anzeigenseite die Hauptrolle. Die erfolgreichsten Produkte dieser Art: Gratiszeitungen ohne Politik. Diese Entwicklung hat wiederum einen spürbaren Einfluss auf Tiefe und Substanz der öffentlichen politischen Diskussion.
Als ich das gelesen hatte, habe ich mich gefragt, wie gross die Nähe zwischen NZZ und FDP noch ist. Zumindest auf NZZvotum, dominiert die FDP zurzeit die Diskussion (siehe Top-Beiträge in der linken Spalte). Die alte Tante also noch immer ein bisschen anders?

Zum Thema Werbung und Printmedien, siehe auch Andreas Göldis Beitrag zu Google in Belgien. Hier sieht man einmal die Werbemarktanteile der Printmedien in einigen europäischen Märkten:
[...] Ärger hat Google bisher vor allem in den frankophonen Ländern gekriegt, wo Zeitungen einen vergleichsweise geringen Teil der totalen Werbeeinnahmen erzielen (Belgien 23%, Frankreich 17%). In Pressehochburgen wie der Schweiz (52% des Werbemarktes geht an Zeitungen), Deutschland (43%) oder Schweden (55%) sehen das die Verlage deutlich gelassener, weil sie um die Stärke ihrer Brands wissen.


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